Kooperativenkultur
Die Betriebskultur bestimmt die Persönlichkeit eines Unternehmens und äußert sich darin, wie das Unternehmen auf Chancen und Probleme der Verwaltung und Anpassung an neue Umstände sowie Forderungen von außen und innen reagiert. Die Unternehmensphilosophie ist in den Gedanken und den Gemeinschaftsaktivitäten, die auf die neuen Mitglieder übertragen und ihnen beigebracht werden, verinnerlicht, und zwar als eine Art zu denken, zu leben und zu handeln.
Diese Grundgedanken mit all ihren Verpflichtungen und Modalitäten formen die Betriebskultur, vorangetrieben und von der Geschäftsleitung gesteuert, definieren sie die Identität und entwickeln Mechanismen, um die Geschäftsführung auf eigene Weise und auf eine im Vergleich zu anderen Unternehmen differenzierte Art zu entwickeln.
Die Betriebskultur drückt sich in den Aufgabeninhalten, den Werten, den Sichtweisen, dem Zugehörigkeitsgefühl, den flexiblen Fähigkeiten gemeinsame Ziele zu beschließen und in der Betriebsführung mit ihren strategischen Zielen sowie den Auswertungskriterien der Ergebnisse aus.
Die miteinander geteilte Sprache und die eigenen konzeptuellen Inhalte jeder Betriebskultur oder Organisation sind von grundlegender Bedeutung, um die Beschränkungen der Identität als Gruppe aufzufangen und um die Richtlinien in Bezug auf andere, zu demselben Unternehmen gehörende Personen aufzustellen.
Grundprinzipien
Die Grundprinzipien des „MONDRAGON-Genossenschaftsprojektes“, die bei unserem ersten Genossenschaftskongress im Oktober 1987 verabschiedet wurden, bestehen aus einem Ideenkomplex, der in über mehr als dreißig Jahren genossenschaftlicher Tätigkeit geschmiedet wurde. Den Wortlaut geben wir im Folgenden in zusammengefasster Form wieder:
Die Aufgabe
Bei der MONDRAGON Körperschaft handelt es sich um ein reales sozioökonomisches Konzept mit unternehmerischem Charakter und tief reichenden kulturellen Wurzeln im Baskenland, von und für die Menschen geschaffen und von den grundlegenden Richtlinien unseres Genossenschaftsprojekts inspiriert.
Innerhalb ihres Umfelds ist die MONDRAGON der konkurrenzfähigen Verbesserung und der Zufriedenheit des Kunden verpflichtet, um Wohlstand in der Gesellschaft mithilfe der Unternehmensentwicklung und der Schaffung von vorzugsweise gemeinschaftlichen Arbeitsplätzen zu schaffen:
- Die MONDRAGON nimmt ihre Verpflichtungen der Solidarität gegenüber wahr und greift für ihre Organisation und Führung auf demokratische Methoden zurück.
- Sie fördert die Mitarbeit und Integration der Menschen in der Führung, ihre Ergebnisse und in den Besitz ihrer Unternehmen. Dadurch entsteht ein harmonisches Gemeinschaftsprojekt, das sich durch sozialen, unternehmerischen und persönlichen Fortschritt auszeichnet.
- Die MONDRAGON fördert die Gründung und die Innovation, angefangen bei der Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten und Technologien. Sie wendet ein eigenes Führungsmodell an, um Führungspositionen zu erreichen und um die Genossenschaft zu fördern.
Genossenschaftliche Werte
Diese Werte formen einen besonderen Teil der gesamten Unternehmenskultur, da sie einen gemeinsamen Richtungssinn für alle Personen, die das Unternehmen bilden und direkte Verhaltens- und Einstellungsmuster gegenüber ihrer täglichen Arbeit schaffen. Die angenommenen Werte bestimmen den Grundcharakter der Organisation. Sie schaffen Sinn und Zusammengehörigkeit in der Organisation und führen zu einer ganz anderen Führungsphilosophie.
Die gemeinschaftlichen Werte müssen von allen Mitarbeitern des Unternehmens auf eine Art und Weise geteilt und angenommen werden, dass die individuelle und gemeinsame Führung täglich durch den gemeinsamen Glaubensfluss geleitet und von ihm getragen wird.
Die Führungsteams tragen die Verantwortung für die Information und Motivation dafür, dass ihre Kollegien diese Werte nachhaltig vorleben. Den Mitgliedern kommt die Aufgabe zu, diese Werte in die Tat umzusetzen.
MONDRAGON stellt sich als eine Einheit dar und hat die Verpflichtung und die Verantwortung, ihre grundsätzlichen Verhaltensweisen zu vereinheitlichen. Hierzu müssen, zusätzlich zu den eigenen Wesenseigenschaften des Genossenschaftsprojekts, die aus den Grundsätzen und der Aufgabenstellung hervorgehen, die eigenen gemeinschaftlichen Werte gestärkt werden.
Von den vielen, unser Projekt bereichernden Werte ist innerhalb des geplanten Zeitraums geplant, die Aufmerksamkeit auf diejenigen zu konzentrieren, die uns am eindeutigsten charakterisieren und deren Fortbestand als allgemeine Verhaltensmassregel eine ganz entscheidende Bedeutung zukommt.
| I. Zusammenarbeit - |
| II. Teilhabe - |
| III. Soziale Verantwortung - |
| IV. Innovation - |
Grundsätzliche genossenschaftliche Ziele
Die grundlegenden Ziele stellen die Schlüsselfaktoren der Geschäftsführung oder der Bereiche dar, in denen die MONDRAGON-Genossenschaft als Ganzes mithilfe ihrer Geschäfte versucht, bedeutende Fortschritte innerhalb eines geplanten Zeitraums zu machen.
Die 6 nach wie vor gültigen Grundlegenden Richtlinien sind für die drei vorherigen Planungsphasen definiert und beschlossen worden und verfügen über die folgenden Wirkungskräfte, über deren Ratifizierungen der neuen Planungsphase 2009-2012 beraten wird:
- Alle Organisationsebenen sind gleichgestellt worden.
- Die Erfahrung hat gezeigt, dass deren Bedeutung und Gültigkeit zugenommen haben.
- Die gesamte strategische sowie operative Planung wird auf allen Ebenen von diesen 6 Führungsschlüsseln unterstützt.
- Mit dem Ziel, die Führungsdynamiken für die INNOVATION in der neuen Planungsphase 2009-2012 zu verstärken, wird vorgeschlagen, diesen Bereich als neue gemeinsame Grundlegende Richtlinie aufzunehmen.
- Mit diesem neuen Zusatz klärt sich außerdem der Inhalt der Grundlegenden Richtlinien der Entwicklung in dem bis zum jetzigen Zeitpunkt die Führungsdynamiken des Wachstums mit denen der Innovation und der technischen Entwicklung zusammen gefasst waren.
| I. Orientierung auf den Kunden |
IV. Rentabilität |
| II. Entwicklung |
V. Auswirkungen im Umfeld |
| III. Innovation |
VI. Personen in Kooperation |
I. Orientierung auf den Kunden
- Strategische und operative Ausrichtung mit dem Kunden
Wir müssen die "Kunden erleben”, ihn permanent auf allen Ebenen der Organisation präsent haben, damit sie real den Wert spüren, den wir bieten.
II. Entwicklung
- Wachstum - Erneuerung
- Internationalisierung
- Förderung
- Genossenschaftliche Synergien
Die Entwicklung der Geschäfte ist eine essentielle Bedingung für eine nachhaltige Stärkung. Die Entwicklung muss sich, neben dem Wachstum, auf die Innovation und die Förderung von neuen Aktivitäten stützen.
III. Innovation
- Innovationsmanagement
- Technologische Entwicklung
Die Innovation ist die Kompetenz, die sich in der Kapazität manifestiert, Neuheiten und signifikante Veränderungen zu schaffen. Das bedeutet, das Geschäftsmodell, Managementmodell anzupassen oder zu erneuern und dazu kommen neue Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Prozesse, Systeme, Organisation, Marken, Patente, etc. die anwendbar sind und für die Kunden und die Firma einen Wert generieren.
IV. Rentabilität
Sie ist eine vitale Bedingung für alle Unternehmen: das Maß ihrer Konkurrenzfähigkeit, ihrer Effizienz und die Leistung der in der Aktivität eingesetzten Ressourcen.
V. Auswirkungen im Umfeld
- Genossenschaftliche Verantwortung
- Soziale Transformation
Die Firma ist ein soziales Subjekt, die Verpflichtungen mit der Gesellschaft über die Schaffung von Reichtum hinaus eingeht. Aus dieser Verantwortung ergeben sich ethische und moralische Anforderungen, sowie Verpflichtungen zum Fortschritt und Wohlstand der Gemeinschaft beizutragen, in der sie wirkt.
VI. Personen in Kooperation
- Entwicklung der Personen
- Führerschaft
- Genossenschaftliche Bildung
- Partizipation von Personen an Filialen
- Sicherheit - Gesundheit am Arbeitsplatz
Die Organisationen, die an der Genossenschaftlichen Erfahrung teilhaben, basieren auf der engagierten und solidarischen Teilhabe der Personen. Die sozialwirtschaftliche Differenz ist der Schlüssel der Kooperation.
Allgemeine Strategien
Die allgemeinen Leitlinien konkretisieren die Handlungsrichtlinien der Genossenschaft in besonders relevanten Bereichen und dienen als Grundlage für die Erstellung der strategischen Pläne.
Es wird dabei versucht, durch die Anwendung von spezifischen Leitlinien, welche eine Antwort auf die Wettbewerbsherausforderungen der Zukunft liefern sollen, die grundlegenden Ziele zu erreichen.